Diese Frage hören wir fast in jeder Session, meistens kurz bevor der fertige Track rausgeht: „Und wie kriege ich den jetzt auf Spotify?“ Die kurze Antwort: über einen Distributor. Die lange Antwort steht hier, damit du beim ersten Release nichts verschenkst.
Du brauchst einen Distributor, kein Label
Spotify, Apple Music und die anderen Plattformen nehmen keine Songs direkt von Artists an. Dazwischen sitzt immer ein Distributor, ein Dienst, der deinen Track bei allen Stores gleichzeitig anliefert. Bekannte Anbieter sind zum Beispiel DistroKid, TuneCore, Amuse oder iGroove. Die Modelle unterscheiden sich: manche nehmen eine Jahresgebühr und lassen dir alle Einnahmen, andere sind kostenlos und behalten einen Prozentsatz. Für den Anfang ist fast jeder seriöse Anbieter in Ordnung. Wichtiger als die Wahl des Dienstes ist, dass deine Rechte bei dir bleiben und du jederzeit wechseln kannst.
Was du beim Upload brauchst
Damit der Release nicht an Formalitäten scheitert, halte diese Dinge bereit, bevor du den Upload startest:
- Das Master als WAV. Genau dafür bekommst du von uns immer eine WAV-Datei in voller Auflösung. Lade nie das MP3 hoch, das ist nur für dich zum Anhören gedacht.
- Ein Cover in 3000 mal 3000 Pixeln. Quadratisch, ohne Web-Adressen, ohne Social-Media-Handles, sonst lehnen die Stores es ab.
- Saubere Metadaten. Songtitel, Artist-Name in exakt der Schreibweise deines Profils, Beteiligte wie Producer und Songwriter. Was hier steht, lässt sich später nur mühsam ändern.
- Die Angabe, ob der Text explizit ist. Falsch deklarierte Tracks fliegen aus Playlists.
Der eine Fehler, der dich Reichweite kostet
Viele laden ihren Song hoch und setzen das Release-Datum auf morgen. Damit verschenkst du das wichtigste Werkzeug für den Start: Plane mindestens drei bis vier Wochen Vorlauf. Erst dann kannst du den Track über Spotify for Artists für die redaktionellen Playlists einreichen, deinen Pre-Save-Link teilen und die Woche vor dem Release mit Content füllen. Ein Song, der ohne Vorlauf erscheint, startet bei null. Einer mit Vorlauf startet mit allen, die schon warten.
Und was ist mit den Rechten am Beat?
Bevor du veröffentlichst, muss die Beat-Frage geklärt sein. Bei einem gekauften Lease-Beat stehen die Bedingungen im Lizenzvertrag, oft mit einer Obergrenze an Streams oder Verkäufen. Lies diesen Vertrag vor dem Release einmal komplett, nicht danach. Wenn du unsicher bist, was deine Lizenz erlaubt, bring sie einfach mit in die Session, wir schauen gemeinsam drauf.
Die Reihenfolge zum Merken
Aufnehmen, mischen, mastern, dann Distributor, dann Vorlauf, dann Release. Die ersten drei Schritte machen wir gemeinsam im Studio, den Rest schaffst du an einem Nachmittag. Und wenn du beim ersten Mal unsicher bist: Frag einfach in der Session, wir sind den Weg mit unseren eigenen Releases oft genug gegangen.